Art: offener Wettbewerb, Europan 9 - 2.Preis

Typologie: Städtebau, Wohnbau

Ort: Wien, Österreich

Jahr: 2008

 

Konzeptidee

Der Stadtteil Stadlau befindet sich nördlich der Auenlandschaften des Donauflussgebietes. Hier treffen Kleingartensiedlungen auf historische Dorf- und neue Großhandelsstrukturen. In direkter Umgebung des Planungsgebietes hat eine ehemalig reichhaltige Auenlandschaft ihre Spuren hinterlassen. Nördlich der Bahnlinie befinden sich ein Aupark sowie einige Badeteiche, die die Nähe zur Donau vermuten lassen.

Das Planungsgebiet wird dazu genutzt, die Auenlandschaften nördlich und südlich  miteinander zu verbinden und die angrenzenden Bebauungsstrukturen miteinander zu verknüpfen.

 

 

städtebauliche Elemente

 Zunächst werden 3 Hauptströme, die das Planungsgebiet durchfließen, bestimmt.

-Ein Auenstrom (Auenlandschaft), der die Landschaften nördlich und südlich des Planungsgebietes miteinander verbindet (Fussgänger, Fahrrad)

-ein Versorgungsstrom (Stadlauer Strasse), der Einkaufsfunktionen im Stadlauer Zentrum und Grosshandel nördlich der Bahnlinie in Bezug bringt

-ein Wirbelstrom, der Bewohner und Besucher (Fussgänger, Fahrrad) von Bahnhof und Busstation in das Gebiet leitet und den Genochplatz an das Gebiet anbindet.

Die Hauptströme werden durch Nebenströme zu einem Stromnetz ergänzt, das wie eine Auenlandschaft das Gebiet durchfliesst und alle umliegenden Gebiete (Wohngebiet, Kleingartenanlagen, historisches Stadlauer Zentrum) in Bezug zueinander setzt.

 

Durch das Stromnetz werden Inseln herausgebildet, die aufgrund ihrer Lage zu den Strömungen unterschiedlich besiedelt werden sollen.

 

In den Strom werden Felsen positioniert, die über das gesamte Studiengebiet verteilt ein unsichtbares Netz an öffentlichen Funktionen wie Bibliothek, Kulturzentrum, Tageszentrum, Gesundheitszentrum und Cafes für jüngere und ältere Bewohner aufspannen.

 

Ströme weiten sich zu Buchten aus, die Programm für den öffentlichen Raum aufnehmen. Park- und Marktplätze entlang des Versorgungsstroms und Spiel-, Freizeit- und Naturräume entlang des Auen- und Wirbelstromes.

 

Freiräume, die ausserhalb des Planungsgebietes, aber in seiner Nähe liegen, werden als Lagunen definiert und über eine direkte Verbindung an das Stromnetz angeschlossen.

 

 

Planungsgebiet

Das Gelände wird als Garteninsel, die im Auenstrom liegt , gedacht. Der Garten bietet einen Ort, der sowohl älteren als auch jüngeren Bewohnern einen gemeinsamen Raum schafft. Innerhalb des Gartens befinden sich Räume, die von der Öffentlichkeit durchwegt werden können, als auch private Zonen.

 

Die Körper (Wohnbebauung) werden als integrative Gartenelemente konzipiert. Sie verschmelzen mit dem sie umgebenden Aussenraum zu einer Gesamtanlage. Sie nehmen neben Wohnfunktionen auch Gemeinschaftsräume und Geschäfte (Kiosk, Bäckerei) auf. Durch die Windungen der Körper entstehen vielschichtige Zwischenräume, die verschiedene Situationen abbilden und unterschiedliche Perspektiven in den Garten zulassen.

 

Körper stehen in unterschiedlichen Gruppierungen zusammen und werden über die Zwischenräume erschlossen. Hier findet der Wechsel in einen anderen Massstab statt: vom Garten in die Gruppierung. Die Erschliessung wird als Kommunikationszone konzipiert, die als gemeinschaftlicher Raum für die Bewohner des Clusters dient.

 

Das kleinste Element bilden die privaten Freibereiche, die jeder Wohneinheit zugeordnet sind.

 

Die Wohneinheiten sind für eine Vielzahl verschiedener Nutzergruppen entwickelt worden. Sowohl kleinere Einheiten von 60-80m² als auch größere 2-geschossige von 120-160m² bieten Raum für Alleinstehende, Paare als auch Familien. Wohneinheiten können zu Wohngemeinschaften mit bis zu 6 Bewohnern zusammengeschalten werden.